KinderWissen (Foto: ©Klartext Verlag, Friedeberg)

KinderWissen

KinderWissen

Fragen und Antworten für Besserwisser

Neue Gedankenräume erobern.

Warum hebt ein Hund sein Bein?

Man das nervt vielleicht. Muss Bello wirklich so oft… ständig hebt er sein Beinchen beim Gassigehen. Wenn man die Route kennt, wird man auch feststellen, dass er auch meistens an denselben Stellen pinkelt. Ist er vielleicht krank oder nervös?
Ganz bestimmt nicht. Der Hund ist nicht krank. Er versucht nur, an möglichst auffälligen Stellen sein Revier zu markieren und seine Anwesenheit zu präsentieren. Damit dies auch allen Schnüfflern gut in die Nase steigt, ist es gut, möglichst hoch zu markieren. Und das kann man eben am besten, wenn man sein Beinchen hebt. Besonders gut ist es natürlich auch, die Spur des Vorgängers zu überdecken. Reicht man dann auch noch höher, umso besser! Übrigens heben meistens nur die Rüden – also die männlichen Hunde – das Bein. Welpen tun dies auch noch nicht. Dies machen erst die älteren Hunde. Bei Weibchen kommt dieses Markieren nur ganz selten vor. Nur sehr dominante Weibchen – also die Chefinnen im Gebiet – heben auch ihr Bein.
Übrigens, Tricks zum Auffallen gibt es auch in der Hundewelt: Manche Rüden versuchen ein bisschen zu schummeln. Denn um so höher man seine Duftmarke setzt, um so beeindruckender kommt man rüber. Da kann man schon mal ein paar Verrenkungen machen und fast einen Handstand beim Markieren hinkriegen. Das macht dann echt Eindruck beim schnüffelnden Nachfolger.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 16.11.2019)

Rückschau

Was Äpfel mit Bananen anstellen

09.11.2019

Was gibt es schöneres und gesünderes als leckeres Obst? Du gehst zuhause an den Obstkorb, in dem Äpfel, Bananen und Birnen liegen. Aber plötzlich siehst du das: Die frischen Bananen sind schon mit braunen Stellen übersäht. Zwar kannst du die immer noch essen, aber wenn du sie noch länger liegen lässt, reifen sie noch weiter nach und verderben.
Aber woran liegt es, dass Bananen manchmal so schnell nachreifen und schlecht werden?
Der Fehler liegt in der Lagerung. Bananen sollten nämlich nicht mit Äpfeln zusammen gelagert werden, denn Äpfel produzieren ein Gas, das Ethylen heißt. Ethylen ist ein Pflanzenhormon. Viele Obst- und Gemüsesorten produzieren es, aber reife Äpfel besonders viel davon. Bei Obstsorten, die nach der Ernte weiterreifen, zum Beispiel Bananen, Birnen, Pflaumen oder Pfirsichen, bewirkt es, dass sie dann irgendwann auch schneller verderben. Kiwis oder Avocados gehören zu den nachreifenden Sorten. Auch bei bestimmten Gemüsesorten, die nachreifen, beschleunigt das Ethylen diesen Prozess. Deshalb ist es wichtig, Obst getrennt zu lagern, damit es sich nicht in seinen Reifeprozessen beeinflusst.
Man kann sich diesen Prozess natürlich auch zunutze machen. Wenn du zum Beispiel noch grüne Bananen oder harte Kiwis gekauft hast, aber nicht so lange warten möchtest bis zum Verzehr, legst du einfach wieder Äpfel dazu.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 09.11.2019)

Was sind eigentlich Maronen?

02.11.2019

Heiße Maronen findet man jetzt auf vielen Märkten.
Die Nussfrüchte werden zum einen mit dem Begriff Kastanien bezeichnet, zum anderen sind sie als Maronen, Maroni oder auch Marroni bekannt. Einst waren diese stärkereichen Nussfrüchte Nahrungsgrundlage im Winter für viele Menschen in den Bergregionen Südeuropas.
Wer mag, kann Esskastanien zu Hause selbst zubereiten: Maronen mit einem Messer über Kreuz einritzen. Mit der eingeschnittenen Seite nach oben auf ein Backblech legen. Den Backofen auf 200°C vorheizen und die Maronen 20 Minuten backen. Jetzt lassen sie sich gut schälen. Wer nicht so lange warten mag, kann sie auch roh verzehren. Sie schmecken leicht nussig. Die Esskastanie ist nicht mit der Rosskastanie verwandt, deren Früchte nicht essbar sind!
Am Baum sind die Früchte von einem stacheligen Fruchtbecher umgeben. Die sommergrünen Bäume werden Edelkastanie oder auch Esskastanie genannt und gehören zu der Familie der Buchengewächse.
Früher gab es viele Edelkastanienhaine, sogenannte Selven, um eine Nahrungssicherheit für den Winter zu schaffen. In den Selven weidete man Vieh, sammelte die „Plumpsfrüchte“ ein und nutzte das Laubstreu. Da die Selven immer mehr verwilderten, gibt es Initiativen, diese wieder zu bewirtschaften.
In Braunschweig steht am Petritorwall in der Nähe der Rosentalbrücke versteckt ein Exemplar.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 02.11.2019)

Wozu gibt es eigentlich Bundesländer?

26.10.2019

„Ländersache”. Hast du dieses Wort schon einmal gehört? Meistens fällt es in Bezug auf die Schulbildung. Von einem „Bund“ ist auch manchmal die Rede. Was meinen diese Begriffe eigentlich?
Professor Nils Bandelow von der TU Braunschweig erklärt: „In Deutschland gibt es den Föderalismus. Das bedeutet, dass nur ein Teil der politischen Macht bei der zentralen Ebene mit der Bundesregierung in Berlin liegt. Andere Aufgaben werden von den 16 Bundesländern übernommen. Für die Schulpolitik in Braunschweig ist etwa meist das Bundesland Niedersachsen mit der Landesregierung und dem Landesparlament in Hannover zuständig. Bei anderen Themen, etwa der Umweltpolitik, müssen der Bund und die Landesregierungen zusammenarbeiten.
Auch andere Länder haben föderale politische Systeme, zum Beispiel die USA, die Schweiz, Indien oder Belgien. „Die Vor- und Nachteile des Föderalismus hängen von der jeweiligen Ausprägung ab. In Deutschland wurde der Föderalismus nach dem Zweiten Weltkrieg wieder eingeführt, damit die Politik auf verschiedenen Ebenen kontrolliert werden kann“, so Bandelow.
In vielen Föderalstaaten unterscheidet sich das Leben in den einzelnen Bundesländern stark. In Deutschland gibt es solche Unterschiede kaum: Überall sprechen wir deutsch und auch die Gesetze sind im ganzen Land sehr ähnlich. Hier geht es weniger um regionale Unterschiede als um Machtverteilung.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 26.10.2019)

Was ist ein Ginkgo?

19.10.2019

Immer häufiger wird dieser Baum als Straßenbaum angepflanzt. Das liegt daran, dass er besonders widerstandsfähig gegen Luftverschmutzungen, Krankheiten und Pilze ist. Der Baum ist jedoch in Deutschland nicht heimisch. „Wild“ hat er nur in einem Bergtal in China die Zeiten überlebt. Der Ginkgo kann uralt werden – über 4000 Jahre! Fossilfunde belegen, das Ginkgopflanzen bereits vor Millionen Jahren existierten und sich seitdem kaum verändert haben. Sie werden auch als lebendes Fossil bezeichnet.
Besonders auffallend an diesen sommergrünen Bäumen sind die Blätter. Im Aussehen erinnern sie an einen kleinen Fächer. Zuerst sind diese intensiv grün, zur Zeit der Herbstfärbung leuchtend gelb gefärbt. Ginkgobäume sind zweihäusig. Das heißt auf den Bäumen findet man entweder weibliche oder männliche Blüten. In Deutschland werden meist nur männliche Bäume gepflanzt. Das liegt daran, dass die Samen nicht gut riechen. Viele Maler inspirierte der besondere Baum zu Kunstwerken. Auch Goethe schrieb über ihn ein berühmtes Gedicht. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe, besonders in den Blättern, steht der Baum auch im Mittelpunkt der Arzneimittelforschung. Ginkgo soll das Gedächtnis und die Durchblutung fördern.
Bewundern kannst du die Bäume an vielen Orten in Braunschweig. Zum Beispiel steht einer an der Stadthalle.

Autor*in: Andrea Behrens
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 19.10.2019)

Was alles in der Luft herumschwirrt

12.10.2019

Man kann sie nicht sehen, aber sie umgibt uns alle: Luft.
Sie ist lebensnotwendig, denn wir brauchen sie zum Atmen. Luft besteht aus Gasen. In ihr sind zudem kleine Partikel enthalten.
„Man unterscheidet zwischen permanenten (gleichbleibenden) und variablen (wechselhaften) Bestandteilen der Luft“, erklärt Agnes Meyer-Kornblum vom Institut für Geoökologie der TU Braunschweig. Luft besteht zu 78 Prozent aus Stickstoff und zu 21 Prozent aus Sauerstoff. Das sind schon 99 Prozent. Dazu kommen weitere Gase, zum Beispiel Kohlenstoffdioxid. Der Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Luft liegt etwa bei 0,04 Prozent.
Klingt erstmal wenig, aber der Anteil ist seit der Industrialisierung deutlich gestiegen und auch für den Klimawandel mitverantwortlich. Nicht nur diese Gase sind in der Luft zu finden. Auch z.B. Stickoxide, Ammoniak und Methan sowie kleine Staubpartikel mischen sich in unsere Atmosphäre. Ihre Menge ist unterschiedlich.
„Nahe an den Quellen, die diese Stoffe abgeben, ist die Konzentration vergleichsweise hoch. Verantwortlich für den Ausstoß vieler dieser Partikel und Gase ist der Mensch. Die Landwirtschaft produziert z. B. Methan und Ammoniak. Der Straßenverkehr erzeugt Feinstaub, zum Beispiel durch Verbrennungsprozesse und Reifenabrieb“, so Meyer-Kornblum. Eine hohe Konzentration dieser Stoffe ist gesundheitsschädlich oder schlecht für die Umwelt. Durch umweltbewusste Landwirtschaft, weniger Autos und Flugzeuge könnten wir aber schon viel für eine Verbesserung tun – und durchatmen.

Autor*in: Maria Frommhold
(erschienen in der Braunschweiger Zeitung am Samstag, den 12.10.2019)

weitere im KinderWissen-Archiv